Erfolgsgeschichten

Seit 2007 Betreuen wir unsere Patenkinder in Uganda. Jedes Jahr kommen neue hinzu und aus den ersten Jahrgängen sind erfolgreiche junge Erwachsene geworden. Hier ein paar Geschichten und Kurzprofile:

2007
2007 – Die Patenschaft beginnt
2014
2014 betreut Conso die Patenschaften in Uganda
Conso 2015
Conso 2015 als Mentorin in der SINA

 

 

 

 

 

 

 

 

Vom schüchternen Mädchen zum Vorbild: Consolata Kwikiriza
(adaptierter Text, ursprünglich geschrieben von Celestine Hassenfratz für den Artikel „Hinauf, den Hügel der Hoffnung“ in der Zeitung „neues deutschland“ vom 18.08.2015)

Die Welt, in der Consolata Kwikiriza aufwuchs, hatte nicht viel Platz für die Träume des kleinen Mädchens. Als „Conso“ sechs Jahre alt war starb ihr Vater. Er litt an Schuppenflechte, eine Krankheit die behandelt werden kann, für die Behandlung aber fehlte der Familie das Geld. Ihre Mutter war fortan alleine zu Hause, mit fünf Mädchen. Conso und zwei ihrer Schwestern schickte sie nach Kankobe ins Waisenhaus, eine andere Möglichkeit sah die junge Mutter nicht. Der Anfang im neuen Zuhause, „Kankobe Children’s Home“, war schwer für die Sechsjährige. Morgens war sie es gewohnt, aufzuwachen und die Stimmen ihrer Eltern zu hören, und abends im Kreis der Familie wieder einzuschlafen. Im Waisenhaus war sie von nun an eines von 125 Kindern.

Conso sitzt auf einem Feld in hohem Gras, in der Nähe von Mpigi, 40 Kilometer von Ugandas Hauptstadt, Kampala entfernt. Sie erzählt von den Träumen, die sie jetzt, als 20-Jährige endlich leben kann. Im ugandischen Schulsystem, das von Strenge geprägt ist, hatte Conso ständig Angst. Immer dann, wenn ihr eine gute Idee durch den Kopf schoss, traute sie sich nicht, sich zu melden. Zu groß war die Sorge den Lehrer zu verärgern. „Wer eine eigene Meinung hat gilt als aufmüpfig bei den Lehrern“, erzählt Conso von einer Zeit, an die sie sich nicht gerne zurück erinnert.

Conso ist stolz darauf, dass sie jetzt nicht mehr darauf wartet, dass jemand sie auffordert etwas zu tun oder zu denken, sondern dass sie selbst die Initiative für ihre Ideen ergreift. Conso wird als eines der ersten Waisenkinder von Jangu e.V. seit 2008 gefördert durch eine Berliner Patenfamilie. „Im Waisenhaus und in den ersten Jahren war Conso sehr schüchtern und zurückhaltend“, sagt Jangu e.V. Gründer Etienne Salborn. Sie erlangte jedoch sehr gute Noten in der Realschule und wurde daher durch Jangu e.V. zum Abitur auf eine sehr gute Schule geschickt. „Von diesem Zeitpunkt an kam Conso Schritt für Schritt aus sich heraus und begann Verantwortungen zu übernehmen und sich für andere Patenkinder einzusetzen“, erinnert sich Etienne. Nach ihrem erfolgreichen Abitur ist Conso zur SINA gekommen.

„Die meisten haben von mir immer gedacht, dass ich es nicht schaffe.“, sagt Conso. „SINA gibt mir die Möglichkeit, das Leben von der anderen Seite zu sehen. Mein Potential zu entdeckten. Hier ist jeder gleich, man kann mit jedem zusammenarbeiten.“ In SINA lebt sie gemeinsam mit fünf anderen Frauen in einem Zimmer. „Das ist nichts, in der High School waren wir zu fünfzehnt“, lacht Conso. Seit Conso in SINA ist, übernimmt sie immer größere Verantwortungen für die Koordination und die Betreuung der Jangu e.V. Patenkinder, ihre damaligen Brüder und Schwestern im Waisenhaus. Sie möchte ein inspirierendes Leben führen, und den Kindern helfen, die, wie sie damals, heute im „Kankobe Children’s Home“ aufwachsen.

Als es darum ging, ein Projekt zu finden, an dem sie in SINA arbeiten kann, dachte Conso an die Schwierigkeiten, denen ihr Land gegenübersteht. Eines davon ist Malaria. Gegen die Tropenkrankheit gibt es bereits wirkungsvolle Sprays, damit der Moskito gar nicht erst zum Stich kommt. Die wenigsten Sprays sind jedoch biologisch abbaubar, oft sind die Chemikalien schädlich für die Haut. Conso will ein organisches Moskitospray entwickeln, das nachhaltig und hautfreundlich ist. SINA gibt ihr die Möglichkeit, sich auszuprobieren und begleitet sie durch Mentoren an ihren eigenen Träumen zu wachsen. Manchmal, wenn sie Zweifel beschleichen, ob sie auf dem richtigen Weg ist, spricht Conso mit den anderen Schülern in SINA. „Sie sagen mir, dass ich nie aufgeben und mir vor allem keine Grenzen setzen soll.“

Jangu e.V. sieht einen hohen Mehrwert für alle Patenkinder in der Betreuung durch Conso. Sie hat schließlich eine Patenschaft selbst durchlaufen und kann die Herausforderungen und Probleme der jüngeren Patenkinder verstehen und sich gut in sie hinein versetzen. Conso hat sich in SINA so gut entwickelt, dass ihr angeboten wurde ab 2016 als SINA-Mentorin und Jangu-Patenschaftskoordinatorin zu arbeiten. Conso hat das Angebot mit Freude angenommen und befindet sich neben der Ausarbeitung ihres Projektes im Training zum Coach und Mentor, um die Potentiale anderer Waisenkinder entfalten können.

 

Sexuelle Aufklärung per Handy: Ruth Nabembezi

Ruth 2007
Ruth 2006 im Waisenhaus
Ruth 2013
2013 ist Ruth die beste Schülerin ihrer Schule und Schulsprecherin
Ruth
2015 startet sie in der SINA das Sozialunternehmen Ask Without Shame und präsentiert es 2016 auf der CeBit in Hannover

 

 

 

 

 

 

 

 

Ruths Eltern sind an AIDS gestorben. Ihre kleine Schwester entwickelte schlimme Hautausschläge. Ihre verbliebenen Verwandten dachten, sie wäre von Dämonen besessen und brachten sie zu einem Buschdoktor bzw. Hexenmeister. Dieser konnte Pamela nicht helfen und sie starb. Als Ruth später erfuhr, dass Pamela mit HIV geboren wurde und leicht gerettet hätte können, entwickelte sie eine starke Motivation, den Irrglauben zu bekämpfen und HIV Aufklärung zu betreiben. Sie wurde von Jangu e.V. durch eine Patenschaft unterstützt und wandelte sich in den ersten vier Jahren der Patenschaft von einem schüchternen Mädchen mit durchschnittlichen Noten zur besten Schülerin in ihrer Oberschule. Sie wurde zur Schulsprecherin gewählt und entwickelte sich zu einer jungen Frau mit Führungscharakter.

Zum Abitur nahm Jangu e.V. höhere Schulgebühren in Kauf, um sie auf eine der besten Schulen Ugandas schicken zu können. 2014 beendete sie ihr Abitur mit sehr guten Ergebnissen und erhielt ein Stipendium der ugandischen Regierung für ein Studium ab 2016. Im Januar 2015 kam sie zur SINA. Beim Kankobe-Tag gab es einen Workshop zum Thema sexuelle Aufklärung und Ruth wurde bewusst, dass zu dem Thema etwas getan werden muss. Sie begann an dem Design einer Aufklärungs-App und einem SMS-Service zu Arbeiten. Das Projekt soll jungen Menschen ohne Scharm und Peinlichkeiten zu jeder Zeit verlässliche und wichtige Informationen zum Thema Sex und Aufklärung liefern. Da das Thema Sex in Uganda ein Tabuthema ist, sind viele Jugendliche schlecht oder gar nicht aufgeklärt und Mythen wie: „Wenn du mit einer Jungfrau schläfst, wirst du von AIDS geheilt“ sind leider weit verbreitet.

In der SINA konnte die Idee heranreifen und Ruth qualifizierte sich für „AMPION“, einem Startup-Bus, der quer durch Ost-Afrika fuhr. AMPION bringt junge Menschen mit Ideen, Programmierer, die die Ideen technisch umsetzen können, und Mentoren, die die Ideen begleiten, zusammen. Weitere Teammitglieder konnten für Ruths Projekt gefunden werden. Die Idee wurde nun konkreter, erhielt den Namen „Ask Without Shame“ und konnte technisch umgesetzt werden. Im Dezember 2015 wurde eine Testversion der App und des SMS-Service heraus gebracht und ein Arzt ins Team geholt. Die ersten Fragen konnten beantwortet werden und vor allem jungen Mädchen geholfen werden.

2016 wächst das Projekt zu einem eigenständigen Sozialunternehmen „Ask Without Shame“ heran und möchte eine Million Jugendliche erreichen. Studium und Projektkoordination stellen fur Ruth eine Herausforderung, an der sie weiter wächst. In den ersten drei Monaten von Ask Without Shame beantwortet das Team über 5000 Fragen zu Sexualität und Aufklärung per App, Anruf, Whatsapp, und SMS. Auf Grund des Erfolges wird Ruth vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung nach Hannover auf die CeBit 2016 eingeladen, um das Startup zu präsentieren.

Weitere Informationen zum Projekt sind unter www.askwithoutshame.com zu finden.

 

Kurzprofile

Peter Kimera

Kimera Peter 2006
Peter 2006 in Waisenhaus
kimera dj proskt2
Peter 2015 als DJ Prosk

Peter wurde als Baby auf der Straße in Kampala ausgesetzt und wuchs erst im Nsambya Babies Home und anschließend im Kankobe Waisenhaus auf. Es war nie einfach mit ihm und er flog während seiner Patenschaft zwei Mal von der Schule. Jangu und sein Pate glaubten jedoch weiterhin an ihn. Er schaffte es, sein Abitur abzuschließen und kam in die SINA. Seine Begeisterung für Musik stach heraus und er setzte es sich zum Ziel, aus der Leidenschaft einen Beruf zu machen. Heute legt er in verschiedenen Clubs in Kampala als “DJ Prosk” auf und kann sich und seine Familie damit ernähren. Denn 2015 ist Peter selbst Vater geworden und hat diese neue Herausforderung mit viel Verantwortung übernommen. Er möchte, dass sein Sohn mit der Liebe aufwächst, die er selbst als Kind nie erfahren hat.

 

John-Mary Kavuma

Kavuma 2006 in Kankobe
Kavuma 2006 im Waisenhaus
Biogas Uganda
Kavuma 2015 als Biogas-Ingenieur

John Mary Kavuma wuchs zusammen mit seiner Schwester im Kankobe Waisenhaus auf, nachdem seine Eltern im Nachbardorf verstorben sind. Durch eine Patenfamilie in Berlin konnte er sein Abitur 2013 erfolgreich abschließen und kam danach zur SINA. Dort entdeckte er seine Leidenschaft für Biogas. Als in SINA eine Anlage gebaut wurde, war er von Anfang an involviert. SINA konnte eine Verbindung zu einem Programm der Ausweitung von erneuerbaren Energien in Uganda der niederländischen Regierung herstellen. Kavuma und zwei weitere SINA Schüler wurden professionell ausgebildet und zertifiziert. SINA ist nun dabei eine eigene Biogasfirma unter Leitung von Kavuma zu gründen.

 

Ronald Wasswa

Wasswa mit selbstgebauter Gitarre
Wasswa 2006 im Waisenhaus mit selbstgebauter Gitarre
Wasswa performing
Wasswa performing 2015 als „Jemp Ronnie“

Als Freiwilliger brachte Etienne Salborn 2006 seine Gitarre mit ins Kankobe Waisenhaus und spielte für die Kinder. Eines der Kinder, Wasswa, war von Anfang an sehr fasziniert und wollte unbedingt Gitarre spielen lernen. Als Linkshänder verstand er allerdings nicht, warum er auf der Gitarre für Rechtshänder von Etienne nicht richtig spielen konnte. Er entschied sich daher aus Plastikbehältern und Hölzern selbst eine Gitarre zu bauen, leider klang sie nicht so schön, wie die von Etienne. Im Jahr 2007 reiste Etienne für längere Zeit zurück nach Deutschland und Wasswa wurde 2009 ins Patenschaftsprogramm aufgenommen und besuchte die Oberschule. Für seine musikalischen Träume war hier leider wenig Platz und seine Noten waren schlecht. Mehr schlecht als recht schaffte er 2014 seinen Realschulabschluss. Mit der danach freien Zeit fand er einen Weg durch viele kleine Arbeiten und etwas Unterstützung eine Gitarre für Linkshänder zu kaufen und kam zur SINA. Nun konnte Etienne ihm Gitarre spielen beibringen und sein vorhandenes musikalisches Talent ausbauen. Wasswa entdeckte in sich eine einzigartige Begabung kreative Songtexte und Melodien zu schreiben. Wasswa konnte 2015 bereits für einige ugandische Künstler Songs schreiben und arbeitet nun mit SINAs Mentoren daran, ein professioneller Songwriter und Composer zu werden. Außerdem unterrichtet er in einem Waisenhaus in Mpigi Gitarre, Gesang und Tanz. Er möchte seine Leidenschaft teilen und andere Waisenkinder inspirieren, wie Etienne ihn 2006 einst inspiriert hatte.

Spenden!

Kontodetails:
Inhaber: Jangu e.V.
Konto-Nr.: 1005414055
BLZ: 120 300 00
IBAN: DE54120300001005414055
BIC: BYLADEM1001
Deutsche Kreditbank AG

Spenden durch Paypal: